
Live-OP-Videos, interaktive Diskussionen und direkte Einblicke in komplexe Eingriffe: Das RE:Live Surgical Theater gehört auch 2026 wieder zu den besonderen Formaten des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU). Vom 20. bis zum 22. Oktober präsentieren renommierte Expertinnen und Experten im CityCube am Stand A102 (Ebene 1) ausgewählte Operationstechniken anhand kommentierter OP-Aufzeichnungen und diskutieren Indikationen, Entscheidungswege und mögliche Komplikationen. Prof. Dr. Markus Scheibel, Kongresspräsident 2024 und Mitinitiator des Re:Live Surgical Theater erläutert im Interview, was das Format so besonders macht und welche Themen die Teilnehmenden in diesem Jahr erwarten.
Herr Professor Scheibel, was erwartet die Teilnehmenden im Re:Live Surgical Theater auf dem DKOU 2026?
Scheibel: Im Re:Live möchten wir operative Techniken möglichst praxisnah, anschaulich und interaktiv vermitteln. Im Mittelpunkt stehen anspruchsvolle Operationsverfahren aus der Orthopädie und Unfallchirurgie, die anhand hochwertiger OP-Aufzeichnungen Schritt für Schritt vorgestellt und von erfahrenen Operateurinnen und Operateuren kommentiert werden. Wir stellen nicht nur die eigentliche Technik vor und geben Tipps, sondern diskutieren auch Indikationen, die operative Entscheidungsfindung und den Umgang mit schwierigen Situationen und Komplikationen.
Welche Themen stehen in diesem Jahr besonders im Fokus?
Scheibel: Das Programm bildet die Vielfalt unseres Fachs sehr gut ab. Gezeigt werden unter anderem moderne Konzepte der Schulterchirurgie und Schulterendoprothetik, muskelschonende Hüftendoprothetik, komplexe Rückfußchirurgie, die Versorgung distaler Radiusfrakturen, periprothetische Frakturen sowie Verfahren der Revisionschirurgie. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit Lösungsstrategien in der Thoraxwandrekonstruktion. Ziel ist es, aktuelle operative Konzepte anhand konkreter Fälle nachvollziehbar darzustellen und gemeinsam zu diskutieren.
Was bekommen die Teilnehmenden hier zu sehen, was sie im normalen Kongressprogramm oder im eigenen Klinikalltag so nicht erleben können?
Scheibel: Das Besondere ist die Kombination aus realitätsnahen Operationsaufzeichnungen und der unmittelbaren Diskussion mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten. Wir können entscheidende Operationsschritte anhalten, wiederholen und detailliert analysieren. Die Operateurinnen und Operateure erläutern, warum sie sich in einer konkreten Situation für eine bestimmte Lösung entschieden haben und welche Alternativen es gegeben hätte. Eine solche strukturierte Reflexion eines Eingriffs ist weder im laufenden OP-Betrieb noch in klassischen Kongressvorträgen möglich.
Wer wird als Experte mit dabei sein?
Scheibel: Auch in diesem Jahr konnten wir zahlreiche renommierte Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Spezialgebieten gewinnen. Mit dabei sind unter anderem Privatdozent Dr. Christopher Spering aus Göttingen, Prof. Dr. Georgi Wassilew aus Greifswald, Privatdozent Dr. Thomas Randau aus Köln, Prof. Dr. Felix Zeifang aus Heidelberg, Prof. Dr. Boris Holzapfel aus München und viele weitere ausgewiesene Expertinnen und Experten aus O&U. Gerade die fachliche Breite macht den besonderen Reiz des Formats aus.
Für welche Zielgruppe ist das Re:Live Surgical Theater besonders interessant?
Scheibel: Grundsätzlich richtet sich das Format an alle operativ tätigen Kolleginnen und Kollegen in O&U. Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung erhalten die Möglichkeit, operative Verfahren systematisch kennenzulernen. Gleichzeitig profitieren auch erfahrene Kolleginnen und Kollegen, die ihre eigene Technik mit den Vorgehensweisen anderer Expertinnen und Experten vergleich und neue Impulse für den klinischen Alltag gewinnen möchten.
Was macht das Re:Live Surgical Theater aus Ihrer Sicht zu einem besonderen Ausbildungsformat?
Scheibel: Für mich liegt die besondere Stärke in der Praxisnähe und Interaktivität. Wir zeigen nicht nur, wie eine Operation durchgeführt wird, sondern diskutieren auch die Hintergründe der einzelnen Entscheidungen. Oft sind es gerade die kleinen technischen Details, alternative Lösungswege und der offene Austausch über schwierige Situationen, die für die operative Ausbildung besonders wertvoll sind. Gleichzeitig können sich die Teilnehmenden aktiv in die Diskussion einbringen und direkt Fragen stellen. Damit verbindet das Re:Live die Vorteile einer Hospitation im OP mit denen einer wissenschaftlichen Diskussion.
Vielen Dank für das Gespräch.
Das Re:Live Surgical Theater findet während des DKOU 2026 vom 20. Bis 22. Oktober 2026 im CityCube Berlin am Stand A102 (Ebene 1) statt. Für Kongressbesucherinnen und Besucher ist keine gesonderte Anmeldung erforderlich.
Das Interview führte Ulrike Henkys, Online-Redaktion der DGOU.